Mißstände in der konventionellen Textilindustrie


Die Nachhaltigkeitsbilanz des globalen Textilmarktes ist erschreckend und wird im Grunde nur noch von der Erdöl- und Edelsteinindustrie unterboten. Nicht umsonst stammt der Begriff "Sweatshop", der erstmals eine größere Öffentlichkeit für die negativen Aspekte der Globalisierung sensibilisierte, aus der Kritik an der globalen Textilbranche. Ein paar wenig appetitliche Fakten als Beispiel:

Kinderarbeit
• 25 % aller weltweit verwendeten Insektizide und 11 % aller Pestizide werden in der Baumwollproduktion eingesetzt, obwohl der Baumwollanbau nur 2,4% der weltweiten Agrarnutzflächen ausmacht.
• viele dieser Pflanzenschutzmittel sind hochwirksame Nervengifte, die früher als Chemiewaffen eingesetzt wurden.
• täglich sterben nach Schätzungen der WHO ca. 70 Feldarbeiter an den Folgen des Pestizid- und Insektizideinsatzes, der Großteil davon sind Kinder unter 14 Jahren.
• weitere geschätzte 80 Fabrikarbeiter sterben täglich, weil die mit Pflanzenschutzmitteln vollgesogene Baumwolle die Luft in Lagerhallen und Arbeitsräumen verpestet.
• allein in Indien begingen seit 1998 über 40000 Bauern Selbstmord, weil sie keinen Ausweg aus ihrer Verschuldung bei Gentechnologiefirmen sahen.

• auf indischen Baumwollfarmen arbeiten nach Schätzungen täglich 450.000 Kindern unter 14 Jahre in Schuldknechtschaft und unentgeltlich.
• massive Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung: Einsperrung der Textilarbeiterinnen in den Schlafsälen nach 22.00 Uhr, sowie Prügelstrafe und Misshandlungen.
• nur ca. 10-20% aller Arbeiterinnen (26,5 Mio.) stehen in einem offiziellen Arbeitsverhältnis. Die geschätzte Zahl der informell Beschäftigten beträgt 132,5 bis 265 Mio., mit einem Frauenanteil von 80-90%. Dabei sind die Löhne oft nicht höher als 1/3 des gesetzlichen Mindestlohns, der Lohnvorenthalt bis zu 6 Monaten nicht selten und bei Gewerkschaftsbeitritt folgt die sofortige Entlassung.

Dabei läuft der massive Einsatz von Pestiziden, Chemikalien und genetisch manipuliertem Saatgut vollständig ins Leere. Schon jetzt, nur wenige Jahre nach Beginn der - von der Gentechnikindustrie versprochenen - "grünen Revolution", treiben Missernten, resistente Schädlinge, ausgelaugte Böden und mangelnde Faserqualität die Preis- und Lohnspirale gnadenlos nach unten und bedrohen die Existenz ganzer Industriezweige.

Hier sind weitere Informationen:

Fakten zur konventionellen im Gegensatz zur ökofairen Textilproduktion (pdf 51kB)
AL(l) DIe Textilschnäppchen - nur recht und billig? (pdf 3,7MB)
Nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe (pdf 98kB)
Changes in Hazardous Substances in Cotton (pdf 925kB)
The deadly chemicals in cotton (pdf 4,7MB)
• Die Dokumentation "China Blue" (engl.) über die Produktionsbedingungen in der chinesischen Textilindustrie z.B. auf Youtube oder Googlevideo (shockwave/flash wird benötigt).


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